Beim Bankrollmanagement verdrehen viele Poker Anfänger ungläubig die Augen. Das ist doch viel zu kompliziert! Doch meist sind das auch dieselben Spieler, die nach kurzer Zeit viel Geld beim Texas Holdem verlieren. Du willst es besser machen? Dann zeigen wir dir heute, wie du mit der richtigen Bankrollmanagement Strategie langfristig Geld beim Pokern verdienst und deine Verluste minimierst. Egal ob aggressiv, konservativ oder vorsichtig – Bankrollmanagement ist für jeden Spielertyp geeignet. Klingt das gut? Was du dabei beachten musst und wie du die passende Strategie für dich findest liest du in diesem Artikel!

Was ist Bankrollmanagement (BRM)?

Wenn du ernsthaft mit dem Pokern beginnen willst, solltest du dir einen fixen Betrag dafür reservieren. Das ist deine Bankroll. Du verwendest sie ausschließlich zum Pokern. Warum dies so wichtig ist, erfährst du weiter unten. Wie hoch du diesen Betrag wählst, hängt von deinen persönlichen Finanzen ab. Damit deine Bankroll wächst, brauchst du bestimmte Regeln – willkommen beim Bankrollmanagement!

Gute Poker Spieler setzen sich nicht einfach an den Tisch und hoffen auf das Glück. Sie sehen jedes Spiel als Investition an. Diese kann Rendite abwerfen oder auch Verluste bringen – doch eines darf niemals passieren: der totale Bankrott! Deswegen ist das Ziel eines soliden Bankrollmanagements: den erwarteten Gewinn maximieren bei möglichst geringem Risiko.

Wenn du auf das schnelle Geld aus bist, dann fülle lieber einen Lottoschein aus. Denn Poker ist eine langfristige Angelegenheit. Und dabei kommt solides Bankrollmanagement ins Spiel. Du betrachtest jedes Spiel im einzelnen, aber behältst dennoch das große Ganze im Blick.

Wie du Bankrollmanagement richtig machst!

Poker ist ein Spiel mit sehr hoher Varianz. Das bedeutet: Du kannst kurzfristig gewinnen, aber langfristig viel mehr verlieren. Umgekehrt ist es natürlich genau so. Diese Schwankungen fängt solides Bankrollmanagement auf. Deswegen ist es immens wichtig, dir eine Strategie zurecht zu legen. Diese ist abhängig von der Höhe deiner Bankroll – aber auch davon, ob du Cash Game, Sit and Gos oder Turnierpoker bevorzugst.

Bankrollmanagement - Wachstum

Die Höhe deiner Bankroll bestimmt, wie viele Buy-ins du spielen kannst. Buy-in bezieht sich beim Cashgame auf die Höhe der Blinds. Als Beispiel: Du spielst 0,10/0,20 Cent No Limit so ist das maximale Buy-in 20 Euro. Hast du nun eine 200 Euro Bankroll, kannst du damit maximal 10 Buy-ins spielen.

Bei Turnieren gilt die Anzahl der Turnier-Buy-ins. Wenn du gerne Multi Table Turniere (MTT) mit einem geringen Buy-in von 5 Euro spielst und du eine Bankroll von 100 Euro hast, kannst du damit 20 Buy-ins spielen. Allerdings ist der erwartete Gewinn durch die hohe Anzahl der Spieler eher gering. Anders sieht es bei Sit and Gos aus. Durch die geringere Spieleranzahl steigt die Wahrscheinlichkeit, im Geld zu landen. Dafür sind die zu erwarteten Gewinne widerum niedriger. Daher sollte deine Bankroll bei MTTs höher sein als bei Sit and Gos.

Damit du für dich das richtige Bankrollmanagement finden kannst, stellen wir dir im folgenden drei Risikovarianten vor. In unseren Beispielen konzentrieren wir uns ausschließlich auf Turnierpoker. Wenn du wissen möchtest, wie du es bei anderen Pokerarten anpassen musst, kannst du dir unsere Übersicht am Ende des Artikels anschauen.

  • Konservatives Bankrollmanagement

  • Vorsichtiges Bankrollmanagement

  • Aggressives Bankrollmanagement

Konservatives Bankrollmanagement – langer Atem aber wenig Risiko

Du kannst es dir auf gar keinen Fall leisten, deine komplett Bankroll zu verlieren? Dann ist konservatives BRM für dich das richtige. Dabei spielst du mit vielen Buy-ins als Polster, der Verluste optimal abfedert. Somit geht die Wahrscheinlichkeit, Bankrott zu gehen, gleich null. Allerdings brauchst du für diese Bankrollmanagement Variante einen langen Atem. Denn du wirst viele Hände spielen müssen, bis deine Bankroll wächst und du ins nächst höhere Limit aufsteigen kannst.

  • Minimale Bankroll: 500 Buy-ins

  • Frühester Aufstieg: 700 Buy-ins

Konservatives Bankrollmanagement setzt eine sehr hohe Bankroll voraus.
Deswegen ist es besonders für Turnierpoker mit einer hohen Anzahl an Spielern geeignet,
da du hier im Vergleich zu kleineren Teilnehmerfeldern weniger oft große Gewinne erreichen wirst.

Zahlenbeispiel 1

Durchschnittliches Turnier Buy-in: 10 Euro

  • Minimale Bankroll: 5.000 Euro

  • Aufstieg ins nächste Level: ab 7.000 Euro

Zahlenbeispiel 2

Durchschnittliches Turnier Buy-in: 50 Euro

  • Minimale Bankroll: 25.000 Euro

  • Aufstieg ins nächste Level: ab 35.000 Euro


Vorsichtiges Bankrollmanagement – der goldende Pfad des Pokerspielers

Du betrachtest deine Bankroll als Kapital, das du nicht dauernd aus anderen Einnahmequellen ausgleichen möchtest? Dann sei dir das vorsichtige Bankrollmanagement ans Herz gelegt. Im Vergleich zur konservativen und aggressiven Variante ist dies praktisch der goldene Mittelweg. Du sicherst dich gegen Verluste ab. Die Bankroll komplett zu verspielen ist gering. Aber du kannst schneller aufsteigen und somit deine Bankroll wachsen lassen.

  • Minimale Bankroll: 200 Buy-ins

  • Frühester Aufstieg: 300 Buy-ins

Jedem halbwegs ernsthaften Pokerspieler wird das vorsichtige Bankrollmanagement empfohlen.
Es ist für Turniere gut geeignet, da du hier weniger Startkapital brauchst und schneller das Level wechseln kannst.

Zahlenbeispiel 1

Durchschnittliches Turnier Buy-in: 10 Euro

  • Minimale Bankroll: 2.000 Euro

  • Aufstieg ins nächste Level: ab 3.000 Euro

Zahlenbeispiel 2

Durchschnittliches Turnier Buy-in: 50 Euro

  • Minimale Bankroll: 10.000 Euro

  • Aufstieg ins nächste Level: ab 15.000 Euro


Aggressives Bankrollmanagement – für Risikofreudige!

Du liebst das Risiko und bist flexibel genug, öfter mal das Level zu wechseln? Dann ist das aggressive Bankrollmanagement für dich das richtige. Hier hast du sehr wenig Polster und riskierst regelmäßig, einen Teil deiner Bankroll zu verlieren. Allerdings steigst du auch schneller auf und deine Bankroll kann sich prächtig entwickeln.

  • Minimale Bankroll: 100 Buy-ins

  • Frühester Aufstieg: 150 Buy-ins

Beim aggressiven Bankrollmanagement musst du bereit sein, im Notfall deine Bankroll aus anderen Quellen aufzufüllen.
Du kannst zwar mit dieser Variante auch in niedrigen Limits deine Bankroll schnell anwachsen lassen.
Dafür bezahlst du allerdings mit dem Risiko, kaum einen Polster zu haben, der die natürlichen Schwankungen ausgleicht.
Deswegen musst du in deiner Einstellung flexibel genug sein, im Zweifelsfall lieber wieder ein Level abzusteigen.
Ansonsten kann es schnell passieren, dass du deine gesamte Bankroll verlierst!

Zahlenbeispiel 1

Durchschnittliches Turnier Buy-in: 10 Euro

  • Minimale Bankroll: 1.000 Euro

  • Aufstieg ins nächste Level: ab 1.500 Euro

Zahlenbeispiel 2

Durchschnittliches Turnier Buy-in: 50 Euro

  • Minimale Bankroll: 5.000 Euro

  • Aufstieg ins nächste Level: ab 7.500 Euro

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Wie du das richtige Bankrollmanagement für dich findest!

Zunächst solltest du für dich herausfinden, wie hoch deine Bankroll überhaupt sein kann. Dazu musst du einen Blick auf deine Finanzen werfen. Geld, das in deine Bankroll fließt, darfst du keinesfalls für etwas anderes einsetzen. Wenn du im Monat 1.000 Euro verdienst, hast du also nicht automatisch 1.000 Euro fürs Pokern zur Verfügung. Sondern den Betrag der unterm Strich, also nach Abzug deiner Fixkosten für deinen Lebensunterhalt übrig bleibt. Der Grund dafür ist schnell erklärt:

Sobald du im Hinterkopf hast, dass du deine Bankroll eigentlich für Essen oder die nächste Stromrechnung brauchst, ist dies Gift für dein Mindset! Du spielst nicht länger entspannt und konzentriert. Sondern du bist dauerhaft unter Gewinnzwang. Das erzeugt Stress und beeinflusst deine Spielweise negativ. Die Wahrscheinlichkeit für einen Tilt steigt rapide an. Deswegen gehört zu einem soliden Bankrollmanagement auch, vernünftig zu kalkulieren – und nicht auf Teufel komm raus Haus und Hof zu verspielen!

Finde deine persönliche Komfortzone

Ziel des Bankrollmanagements ist, möglichst viel Gewinn bei geringem Risiko zu generieren. Das funktioniert aber nur, wenn du dich auch damit wohlfühlst, einen gewissen Betrag fürs Pokern zu reservieren. Je nachdem welche BRM Variante du für dich wählst, bestimmt die Höhe deiner Bankroll auch die Limits, die du zu Beginn spielen kannst. Und erst, wenn du dieses Limit sicher schlägst (deine Bankroll adäquat gewachsen ist), steigst du in höhere Limits auf und kannst mehr Gewinn erwarten. Du siehst also: Bankrollmanagement ist deine persönliche Komfortzone – je nachdem ob du ein risikofreudiger Typ bist, oder es lieber konservativ angehst. Nachfolgend findest du eine Übersicht für das richtige Bankrollmanagement für diverse Pokerarten unterteilt in die verschiedenen Risikotypen.

Übersicht für das richtige Bankrollmanagement

PokerartenAggressiv
(Buy-ins)
Vorsichtig
(Buy-ins)
Konservativ
(Buy-ins)
Cashgame – No Limit Holdem (6-max)3050100
Cashgame – No Limit Holdem (9-max)254075
Cashgame – Pot Limit Omaha (6-max)50100150
Cashgame – Pot Limit Omaha (9-max)3050100
Sit & Go – No Limit Holdem (9 Spieler)3050100
Sit & Go – No Limit Holdem (45 Spieler)50100150
Sit & Go – No Limit Holdem (180 Spieler)100200500
Turnier – No Limit Holdem (Unser Beispiel)100200500
Turnier – No Limit Holdem (große Felder)200400600

Wichtige Tipps zum Bankrollmanagement

  • Poker Basics first! Bankrollmanagement bringt dich nur dann weiter, wenn du auch gewinnst. Solange deine Poker Skills noch Entwicklungsbedarf haben, spielt BRM die zweite Geige. Schau dir dazu unsere Artikel zum Thema Poker Wahrscheinlichkeiten und Pot Odds an!

  • Die Wahrscheinlichkeit für Bankrott ist nie Null oder gar kleiner. Dessen musst du dir immer bewusst sein. Durch konservatives Bankrollmanagement kannst du sie allerdings auf ein Minimum reduzieren.

  • Bankrollmanagement ist gut für dein Poker Mindset! Langfristiges Denken und deine konzentrierte und furchtlose Spielweise wird dadurch gefördert. Auf der anderen Seite reduziert sich die Wahrscheinlichkeit, auf Tilt zu gehen.

  • Der Wert deiner Bankroll wird davon bestimmt, wie ernsthaft du Poker spielst. Ist es für dich nur ein Hobby? Dann wirst du dein BRM deutlich lockerer betreiben können, wie jemand, der darauf angewiesen ist, damit Geld zu verdienen.

  • Bankrollmanagement unterscheidet sich je nach Spielweise. Informiere dich darüber, sobald du vorhast, eine andere Poker Variante als Texas Holdem zu spielen.

  • Sobald du länger als ein paar Tage Poker spielen möchtest, macht Bankrollmanagement für dich definitiv Sinn. Wenn du nur hin und wieder aus Spaß an der Freude ein Turnier spielst, kannst du darauf verzichten.

Mit solidem Bankrollmanagement langfristig Geld gewinnen

Nun weißt du Bescheid! Bankrollmanagement ist eine sinnvolle Maßnahme, um dem Faktor Glück beim Pokern positiv entgegenzuwirken. Ja, es erfordert Disziplin, aber die Vorteile überwiegen deutlich. Du spielst nicht länger um Kopf und Kragen, sondern vernünftig und gelassen. Und dank langfristigem Denken ist ein Verlust nicht länger die große Katastrophe. Gratuliere, du hast einen weiteren Schritt hin zum Poker Profi gemeistert! Wir wünschen dir viel Erfolg und allzeit gute Karten!